Die neue Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL) sollte ab dem 1. Oktober 2020 gelten. Aufgrund von Schwierigkeiten seitens der Software-Hersteller für die rechtzeitige Bereitstellung der angepassten Praxissoftware wird die neue HeilM-RL voraussichtlich später in Kraft treten.

 

Voraussichtliche Änderungen für den Bereich Sprachtherapie:

1. Abschaffung der Regelfallsystematik
Zugunsten einer Definition eines Verordnungsfalls und einer orientierenden Behandlungsmenge soll zukünftig von der Unterscheidung Therapie im Regelfall/Therapie außerhalb des Regelfalls abgesehen werden.
Es obliegt damit dem Arzt, nach Ausschöpfen der orientierenden Behandlungsmenge weitere Verordnungen auszustellen. Damit entfällt auch das Genehmigungsverfahren bei den Krankenkassen, dass bisher nach 60 Therapieeinheiten Aphasie-Therapie bei vielen Kassen notwendig war.

2. An der orientierenden Behandlungsmenge (Empfehlung: 60 Therapieeinheiten) wird sich im Heilmittelkatalog im Vergleich zur alten Heilmittelrichtlinie nichts ändern. Als Frequenzempfehlung wird nun „1-3x wöchentlich“ statt „mindestens 1x wöchentlich“ angegeben.
Ein kleiner Schritt in Richtung hochfrequente Therapie, die bekanntermaßen wirksamer ist als nur 1x in der Woche Sprachtherapie.

3. Auch die Unterbrechungsfrist für einen neuen Verordnungsfall ändert sich: Das Verordnungsdatum des Arztes ist zukünftig entscheidend, und es müssen nun 6 Monate zwischen zwei Verordnungsdaten liegen, damit ein neuer Behandlungsfall eintritt.

 

 

Prof. Dr. Ulla Beushausen
(Vorsitzende Wissenschaftlicher Beirat des Bundesverbandes Aphasie)

 

Weitere Informationen dazu liegen uns aktuell noch nicht vor. Wir werden Sie informieren, sobald wir mehr erfahren.

 

Die vorläufige Heilmittelrichtlinie kann hier eingesehen werden:
https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4952/HeilM-RL_2020-06-29_iK-2020-07-01-Servicedokument_WZ.pdf